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» Programm: Ansprache zweier Büchermäuse

Neue Westfälische vom 15.10.2015

Musikalische Lesung in der Agentur

Lesung mit Musik: Bernd Weidtmann und Jörg Czyborra gastieren bei der Agentur "InSign" in Leopoldshöhe

Leopoldshöhe. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse verkündet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dass weniger Menschen mehr lesen. In den Räumen der Agentur "InSign" waren zwei unverbesserliche Bücherliebhaber zu hören.

Bernd Weidtmann aus Herford und Jörg Czyborra aus Oerlinghausen stellten ihr literarisches Programm "Ansprache zweier Büchermäuse" vor. Dass sich die beiden so nennen, kann nur als Selbstironie verstanden werden, stehen doch an Pult und Mikrofon zwei Herren gesetzterer Statur, die mit der Gelassenheit des Alters den Blick über literarische und andere Zeitphänomene schweifen lassen. Der eine, Bernd Weidtmann, trug Texte von Eugen Roth, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky vor und verband sie mit charmanten, leichthändigen Moderationen.

Der andere, Jörg Czyborra, hatte sich literarische Texte vorgenommen und vertont und sang die Ergebnisse zur Gitarre. Vor ihnen saß ein Publikum, das hier und da wissend, manchmal schmunzelnd nickte, bisweilen Applaus spendete und den ein oder anderen Rotwein genoss. Alles drehte sich ums Buch und ums Lesen - und um die Buchhändler, von denen es nur noch 5.000 in Deutschland gebe und die gegen die Konkurrenz der Ketten und des Internets bestehen wollten, sagte Weidtmann.

Erich Kästners Chor der Buchhändler rezitierte er und so den Satz vom Christbaum als Bildungsstätte. Immerhin werden zu Weihnachten viele Bücher verschenkt. Aus einer offenbar langjährigen Geschäftserfahrung zitierten die beiden aphorismenartig Anekdoten. So erzählten sie die kleine Geschichte von der Kundin, die nach dem Buch "Die Lippische Hausapotheke" fragte und das Kompendium "Die literarische Hausapotheke" angeboten bekam - und dann doch nicht wollte.


Bernd Weidtmann